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Les COULEURS DU VENT
(Die Farben des Windes)
Neue Instrumente zum Spielen
und Verräumlichen elektroakustischer Musik
 

Saxo fou


Merlier  Informatique Musicale  
Suite en 10 mouvements
(d'après un roman inédit d'Alomée PLANEL)

Marina, Brise d'aurore, Ombre & lumière, Le conte du goëland, La harpe magique #1, Le murmure des vagues, La grotte, La harpe magique #2, Voyage, Ailleurs

Saxophones :
Jean-Paul Bouvatier


 

CD Extrait sonore : Harpe magique #2 (interprété avec le gant)
[MP3 / 360 ko]
 

Composition, conception
et réalisation des capteurs et du dispositif interactif :
B. MERLIER


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CD Voyage
excerpts available on CD


 
 
 
  This german text is an excerpts from a demo-conference given in Dresden in Novembre 1998. Please read french or english version for different explanation.

Ein virtuelles Instrument

Ich habe ein neues Instrument entwickelt, welches ermöglicht, elektroakustische Musik auf der Buhne zu spielen und zu verräumlichen.
Ich habe Sensoren, Software und Musik des Projekts "les couleurs du vent" entworfen.
Die Musik wurde zunachst ohne technische Einschrankungen im Studio komponiert, danach kommen die Instrumente zur Raumschaffung dazu.

Das spektakulärste Element ist der elektronische Handschuh zur Steuerung, an dem ich meine Erklärungen festmache.
Dieser Datenhandschuh ermöglicht, das Beugen der Finger und der Hand des Interpreten zu orten. Die Software Action! empfängt und verarbeitet diese Informationen der Bewegung. Er hilft mir, die Aufeinanderfolge der Tonhöhe und der Verräumlichung zu verwalten.

Gant de donnee Photo PEF
 

Der Handschuh ermöglicht das Spielen von Tonen, wie auf einem Klavier oder Synthesizer. Ich spiele wie auf einer Tastatur, aber es gibt hier kein Klavier. Es handelt sich um ein virtuelles Instrument.

Ich habe meinen Computer so programmiert, daß er meine Fingerbewegungen analysiert und Anweisungen an einen Sampler weiterleitet.
Die Töne werden durch den Sampler erzeugt, der jeglichen Ton spielen kann.

Mein Handschuh verfügt nur über 3 aktive Finger, was im Vergleich zu 72 Tasten meiner Tastatur sehr wenig ist. Aber es sind intelligente Finger, da sie programmierbar sind. Das heißt, der Computer analysiert meine Bewegung und sendet an meiner Stelle eine Vielzahl von Befehlen. Dies ermöglicht mir, direkt sehr komplizierte Dinge zu steuern, die ich mit zwei Händen nicht spielen könnte.

Es ist kein Tonbandgerät, da auf einem Tonband die Töne entgültig in einer vorgegebenen Reihenfolge festgelegt sind. Man kann zu jedem Zeitpunkt Töne spielen und deren zeitliche Abfolge steuern. Ich entscheide über den Moment, indem dieser oder jener Ton erzeugt werden soll.

Dieser Handschuh bietet auch andere, relativ neue Möglichkeiten, da man die Tonposition im Raum bestimmen kann. Das bedeutet, daß jeder Ton auf einen anderen Lautsprecher gelegt werden kann.

Raum spielen

Eine andere Abfolge der Sensoren ermöglicht die Neigung der Hand zu registrieren und den Ton im Raum schweifen zu lassen.
Dies ist in den kommerziellen Tastaturen oder herkömmlichen lnstrumenten nicht vorgesehen. Mit dem Instrument, das ich Ihnen vorgestellt habe, besteht die Möglichkeit, mit Raum zu spielen.

Auf diese Weise kann ich im Duett mit einem Saxophonisten spielen und verfüge über viel Freiheit bei der rhythmischen Gliederung eines Tonstücks.

Schlussfolgerung

Das soll ein Überblick über meine Recherchen sein, die gleichzeitig auf der Schaffung neuer Instrumente und der Integration des Raums im musikalischen Diskurs beruhen.

"Les couleurs du vent" ist einer der ersten Versuche, als Instrumentalist live auf einer Bühne elektroakustische Musik zu spielen und zu verräumlichen.

Die Einführung eines fünften Tonparameters erschwert das Instrumentalspiel und wirft zahlreiche Interpretationsfragen auf. Das Spiel mit dem Raum kann ohne Vereinfachung der Notenschrift einbezogen werden und ohne den anderen Tonparametern zu schaden.
Dies geschieht dank der verschiedenen Sensoren und mit Hilfe von Informatik. Mit diesem neuen Instrument kann der Interpret sowohl Nuancen, Klangfarbe, Tondauer und Rhythmus als auch den Tonraum steuern.

Meine Arbeit wurde ausschließlich mit allgemein verfügbaren und preiswerten Material geführt.




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Bertrand Merlier ist Komponist und Forscher auf dem Gebiet der Musikinformatik, er lehrt an der Universitat von Lyon 2, und untersucht Tontechniken im Bereich von Aufführungen und Multimedia. Seit mehreren Jahren arbeitet er mit Musikbewegungen und der Schaffung von Raum durch elektroakustische Musik.
 
 

Was ist der Raum ?

In der traditionellen Musikliteratur geht man davon aus, daß sich ein Ton aus 4 Parametern zusammensetzt : aus Höhe, Dauer, Intensität und Klangfarbe. Heute nehmen zahlreiche Komponisten den Standpunkt ein, daß der Ton noch ein fünftes Parameter besitzt : den Tonraum.

Der Begriff Raum bezieht sich auf die Wahrnehmung von Formen, Größen, Entfernungen, Positionen und eventuell Bewegungen :


Entfernung :
Richtung, Position :

Akust. Charakteristik des Ortes :



Dynamisches System :
nah - fern
links - rechts
oben - unten
kurz - nachhallend
Größen, Formen, Innen - oder Außenraum

Verrückung der Tonquellen
Eventuelle Veränderung der Akustik oder der Ortsdimension.

1) Software ermöglicht es, den Innenraum eines Tones zu verändern. Die ersten Untersuchungen auf diesem Gebiet machte in den siebziger Jahren John CHOWNING aus den USA.
2) Die Verbreitung des Tons über ein Lautsprecherensemble ermöglicht ein Spiel mit dem Tonraum (der Raum, der beim Hören geschaffen wird). Diese Verräumlichung des Tones wird durch ein Verteilerpult realisiert, welches eine Art Mischpult ist, das umgekehrt verkabelt wurde.
Die Verwendung dieser Anlagen ist für die französische Schule sehr charakteristisch. Ich habe sehr oft meine Werke über ein Orchester von 8 bis zu 30 Lautsprechern gespielt.

Dieses Instrument zur Raumschaffung ist an den Umgang mit Raum schlecht geeignet :
a) Es bietet dem Interpreten keine große Virtuosität, da die Bewegung des Potentiometers nicht der Bewegung des Tones im Raum entspricht ; keine Anpassung an die Morphologie der Hand besteht und weder Tastsinn noch visuelle Empfindung über den geschaffenen Raum existiert
b) Es ist für das Publikum oft unverständlich, da der Interpret nicht zu sehen ist, seine Handbewegungen unklar bzw. unsichtbar sind und folglich das Hörergebnis nicht nachvollziehbar ist.

Demzufolge wird der Raum vom Interpreten schlecht beherrscht und vom Publikum schlecht wahrgenommen.

Meine Vorgehensweise

Meine Untersuchungen enthalten folgende Hypothesen :

1) Der Raum kann ein Parameter der Komposition oder zumindest ein Interpretationsparameter sein.

2) Die Bewegung im Raum muß klar sein, für alle sichtbar und im Zusammenhang mit dem Hörergebnis stehen. Demzufolge muß der sogenannte 'Rauminterpret' auf einer Buhne wie jeder andere Instrumentalist spielen.

3) Die Software muß im Dienste der Kunst stehen (und nicht umgekehrt). Es darf keine durch den Computer bedingten Vereinfachungen oder Einschränkungen geben.


 
 

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